Digitale Perspektiven auf Corellis Triosonaten
Die Plattform vereint Analysen, Materialien und Werkzeuge, die im Rahmen des Seminars Digitale Methoden zur Analyse von Corellis Triosonaten im Wintersemester 2025/26 an der Hochschule für Musik Freiburg entstanden. Auf Grundlage fachlicher Analysen der Triosonaten mit Annotationen von Kadenzen, Sequenzen und Tonarten werden die Werke mit digitalen Methoden aufbereitet und ausgewertet. Mit Tools wie Humdrum und Verovio lassen sich die analytischen Ergebnisse direkt auf der Website in einer interaktiven Partitur sowie über Charts und Filtermöglichkeiten erkunden. Das Ziel ist es, Studierende beim Erforschen dieser Stücke mit einem Fokus auf den Generalbass zu unterstützen und sie zu motivieren, eigene Untersuchungen zu spezifischen Parametern dieser Musik durchzuführen, sowie handwerkliche Kriterien zu vermitteln, die es ihnen ermöglichen, eigene Kompositionen im Stil dieser Triosonaten anzufertigen.
Was Sie hier finden
- Interaktive Darstellung von Kadenzen, Satzmodellen und Modulationen direkt in der Partitur.
- Digitale Aufbereitung konkreter Forschungsfragen zu diesem Korpus.
- Diagramme zu Tonartenverhältnissen und Modulationsvorgängen.
- Filtermöglichkeiten zur gezielten Auswahl bestimmter musikalischer Parameter wie Akkorden und Kadenzen.
Analytische und digitale Arbeitsweisen im Seminar
Die Studierenden erproben, wie digitale Methoden musiktheoretische Analyseverfahren erweitern und präzisieren können. Im Mittelpunkt steht die systematische Erfassung und Auswertung struktureller Merkmale in Corellis Triosonaten, etwa von Kadenzen, Sequenzen und Modulationen. Durch den Einsatz datenbasierter Verfahren werden musikalische Muster sichtbar, die in traditionellen Analysen oft unberücksichtigt bleiben. Auf diese Weise entstehen neue Ansätze, um kompositorische Prinzipien des Barock empirisch zu untersuchen und für Lehre und Forschung nutzbar zu machen. Ein zentraler Bestandteil des Seminars ist die Auseinandersetzung mit der Annotation musikalischer Parameter. Die Studierenden entwickeln Strategien, wie sich bestimmte Phänomene eindeutig erfassen und im YAML-Format innerhalb des Repositoriums dokumentieren lassen. Darauf aufbauend erfolgt die Systematisierung der Annotationen. Dabei werden Begriffe und Kriterien definiert, etwa die Frage, wann eine Wendung als Kadenz gilt oder in welchem Verhältnis kadenzielle Strukturen innerhalb von Sequenzen stehen. Anschließend werden die benötigten Daten mit Humdrum, Humlib und verschiedenen Filteroptionen aufbereitet, um relevante Parameter als Rohdaten zu extrahieren. Diese Rohdaten dienen schließlich als Grundlage für visuelle und interaktive Darstellungen auf der Projektwebsite. Mit Vue.js und Nuxt.js entstehen Diagramme, Filter und Ansichtsseiten, die die Analyseergebnisse anschaulich und nachvollziehbar machen.
Beispielpartitur
Die folgende Partitur zeigt ein Beispiel für die interaktive Darstellung der im Seminar entwickelten Analysetools. Kadenzen, Sequenzen und Modulationen können direkt in der Notendarstellung erkundet und über verschiedene Filter und Visualisierungen ausgewertet werden. Probieren Sie die Befehlspalette aus, um für Sie interessante Phänomene in der Partitur anzuzeigen.